Seelische Gesundheit ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Zustand des Wohlbefindens, in dem ein Mensch seine Fähigkeiten ausschöpfen, normale Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten kann. Sie ist die fundamentale Basis für unsere Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und soziale Teilhabe. Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen schränken Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und soziale Teilhabe erheblich ein. Viele Fragen und auch Mythen kursieren zum Krankheitsbild Depression. Um mehr Klarheit darüber zu verschaffen, was Depressionen sind, wie sie entstehen und wie sie behandelt werden, fand im Mai der erste AKADEMIE-Talk mit dem Thema „Depression & Ängste“ statt. In einem neuen Veranstaltungsformat konnten sich Interessierte für zwei Workshopsanmelden, die auf den AKADEMIE-Talk folgten, um sich in der Kleingruppe noch detaillierter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Referentin dieses neuen Veranstaltungsformats war die psychologische Psychotherapeutin Katrin Engelbrecht, die neben der Veranstaltungsleitung auch die Konzeption der Workshops mitentwickelte.
Der AKADEMIE-Talk
Eine Depression ist mehr als eine vorübergehende schlechte Stimmung: Sie kann Gefühle, Gedanken, Verhalten und körperliches Wohlbefinden beeinflussen. Typisch sind über mindestens zwei Wochen anhaltende Niedergeschlagenheit, Freud- und Interessenverlust sowie deutlich weniger Antrieb; auch Schlaf-, Konzentrations- oder Appetitprobleme können auftreten.
Bei Menschen mit MS ist es wichtig, depressive Erschöpfung von MS-bedingter Fatigue zu unterscheiden, da sich Ursachen und typische Verläufe unterscheiden können. Depressionen sind häufig und betreffen Menschen in jedem Alter; bei MS treten sie deutlich öfter auf als in der Allgemeinbevölkerung. Ihre Entstehung kann durch das Zusammenspiel persönlicher Verletzlichkeit, biologischer Faktoren und belastender Lebensereignisse begünstigt werden. Rückzug und der Verzicht auf angenehme Aktivitäten können einen Teufelskreis verstärken. Gute Behandlungsmöglichkeiten sind unter anderem Psychotherapie, Medikamente und - sofern medizinisch möglich - Bewegung und Sport. Die kognitive Verhaltenstherapie arbeitet beispielsweise am Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen und Verhalten und entwickelt konkrete Strategien für den Alltag. Erste Anlaufstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte, psychiatrische Fachkräfte oder psychologische Psychotherapeuten; in akuten Krisen helfen Krisendienste, die Telefonseelsorge und der Notruf 112.
Die Workshops
Die Teilnehmenden erarbeiteten in den Workshops verwandte Themen wie Resilienz und Stress, Umgang mit Stress und stressauslösende Faktoren. Gleichzeitig erhielten sie Zugang zu einem E-Learning-Block, indem sie die Gelernte vertiefen konnten – flexibel und in ihrem individuellen (Lern-)Tempo.
Zentraler Bestandteil der Workshops war das Verständnis zu schaffen, wie ein achtsamer Umgang mit sich selbst im Alltag dazu beiträgt seelisches Wohlbefinden zu fördern oder herzustellen. Als wissenschaftlich fundierte wirksame Methode wurde die Mindful-Based Stress Reduction Methode (MBSR) vorgestellt. In Bezug auf unsere AKADEMIE für Bewegung & Lebensstiländerung lässt sich resümieren, dass ein aktiver Lebensstil entscheidend ist, um Selbstwirksamkeit zu erleben und handlungsfähig zu bleiben.
Für die DMSG-AKADEMIE war das Veranstaltungsformat eines interaktiven Workshops eine Premiere und alle Beteiligten sind sich einig, dass es ein voller Erfolg war.
Im Herbst wird das Veranstaltungsformat ‚Talk+Work‘ zum Thema ‚Fatigue & Angst‘ unter der Leitung des Diplom-Psychologen Karsten Manske wiederholt. Der Vortrag dazu ist für alle Interessierten offen und findet am 5. Oktober statt. Anmeldung unter AKADEMIE-Talk: Mehr als Müdigkeit: Fatigue und Angst / DMSG. Die Workshops sind bereits ausgebucht. Wir freuen uns auf die Veranstaltung.
Redaktion: DMSG-AKADEMIE - 10.08.2026